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Der Künstler

Nehmen wir als Beispiel einen kleinen Ort an der Nordseeküste. Einen Wohnraum in einer norddeutschen Bauernkate. Als Bewohner stellen wir uns einen etwa 30-jährigen Mann vor, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, dass er die während der Wintermonate gemachten Fernreisen in den Frühjahrs- und Sommermonaten zu Kurzgeschichten verarbeitet und einem interessierten Leserkreis erzählt.

Nehmen wir weiter an, dieser junge Autor stammt aus der sächsischen Schweiz und hat in seiner frühen Jugend starkes Interesse für die russische Geschichte gezeigt. Seine Mutter ist sehr fürsorglich und seine familiäre Bindung ist trotz seiner Reiselust und seiner Liebe zum Einsiedlerdasein sehr groß. Wie würde ein solcher Mensch sein Zuhause gestalten? Was würden wir erwarten, wären wir in seine Wohnung eingeladen?

Künstlerhaus in Berlin Zunächst würde man sicherlich Ausschau halten nach einer Reihe von Mitbringseln von seinen zahlreichen Reisen, die ihn seit 10 Jahren in jedem Winter in die verschiedenen tropischen Gebiete dieser Erde gelockt haben.

Weiter würden wir selbstverständlich erwarten, dass er viele Bücher, insbesondere Bücher über seine Reiseziele, entsprechend auch viele Landkarten, Fotokalender mit seinen eigeen Bildern, daneben aber auch die Zeitschriften seines Zuhause Wohnen Abo in einem großen Regal sortiert hat.

Ja, sortiert. Wir würden erwarten, dass er seine Reiseunterlagen sorgfältig sortiert in einem großen Regal unter gebraucht hätte. Natürlich erwarten wir auch einen Schreibplatz. Mit Aussicht in die norddeutsche Weite. Vielleicht sogar ins Wattenmeer. Oder doch nur bis zum Deich? Nein, ein solcher Mensch braucht eine Sicht bis an den Horizont, um seine Geschichten in dieser Unendlichkeit zu finden.

Er wird eine einfach eingerichtet Küche haben, in der ein großer Esstisch mit liebevoll gesammelten, verschiedenartigen Küchenstühlen seine Freunde zum Bleiben und Plaudern einlädt. Sein Wohnraum wird schlicht und einfach geprägt sein, vielleicht ein altes Sofa mit einem kleine Tischchen daneben.

Wohnhaus in Hamburg In einer Nische auf einem Beistelltisch steht ein original russischer Samowar auf einer dicken, teppichartigen Decke, an der Wand dahinter eine Marienikone.

Sofort erkennen wir, der Bewohner dieses Raumes ist ein Liebhaber russischer Kultur und Kunst.

Dann entdecken wir, liebevoll vor dem flüchtigen Blick verborgen, eine Fotoreihe, auf der erkennbar die Mutter des Hausherren abgebildet ist. Fotoalben liegen darunter.

Seine in Bildern festgehaltene Kindheit und Jugend, geleitet von der Fürsorge der Familie. Eindeutig die Handschrift seiner Mutter sind diese Alben.

All diese Einzelheiten zeigen dem aufmerksamen Betrachter ein lebhaftes Bild des Menschen, der hier wohnt. Seine Vorlieben und sein Temperament spiegeln sich in der Farbgebung und in der Ausstattung des Wohnraumes mit Lampen und anderen Beleuchtungskörpern.

Ein eher ruhiger, in sich zentrierter Mensch wird wohl keine lebhaften Rot- oder energetisierenden Grüntöne für die Dekoration wählen. Die Muster werden ruhig, strukturiert sein. Klar in der Struktur. Das Farbspektrum wird sich von Beige- über Brauntöne hin zu erdigen Rotschattierungen bewegen.

Ist der Bewohner mehr rational, wird das Spektrum wohl nüchterner, weniger gemütvoll. Es werden weiß, grau, vielleicht sogar Schattierungen bis zum tiefen Schwarz zu finden sein. Wenn überhaupt gemusterte Stoffe gewählt werden, können wir hier nur in streng geometrische Formen erwarten. Ebenso würde sein Zuhause an jedem anderen Ort der Erde aussehen, ob nun die Jurte in der mongolischen Steppe, das Stadthaus über den Dächern Roms oder das Ferienhaus Mallorca.

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